Eifeltour Pfingsten 2013

 

„Relesmühle“ Körperich - Gaybachtal

 

Das die Eifel so ist wie sie ist, liegt in Gottes Hand. Das man sie auch so intensiv erleben kann, wie sie ist, liegt daran, wie man sie bereist. Oder anders ausgedrückt, der liebe Gott ist ein Schlepperfahrer – und er fährt immer ohne Verdeck.

Lange geplant und fest entschlossen ließen sich die Fahrer mit ihren Schleppern weder durch die knapp 200 km Hin- und Rückfahrt noch durch den angekündigten Dauerregen davon abhalten, die Fahrt anzutreten.

Quelle: GoogleMaps Kartendaten ©2013 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google

Ohne dem Bericht vorgreifen zu wollen, es starteten vier Schlepper, aber nur einer sollte „wohl behalten“ im Schieferland auf der eigenen Achse und durch seinen eigenen Motor angetrieben wieder ankommen.

In Laubach starteten zwei Rote und erst einmal ein Grüner, damit sind gemeint, unser erster Vorsitzender Marco mit seinem McCormick D217 unser zweiter Vorsitzender Jörg und sein Sohn Ben (4 Jahre) mit deren Kramer 514S Allrad, Konrad mit seinem Deutz 3005 und zum Schluss ich mit meinem Fendt Fix1 in Ulmen mit Verpflegung dazustoßend.

Bei der Metzgerei unseres Vertrauens wartete ich, wie vereinbart. Als Marco mit seinem „Ferrari“ durch den Kreisel geschossen kam, war er erst einmal alleine, nichts ungewöhnliches bei seiner „Reisegeschwindigkeit“. Normale 20km/h Fahrer sehen da nicht zu selten nur Staubwolken.

Nach einiger Wartezeit war uns aber klar, dass da etwas nicht stimmen konnte. Es dauerte auch nicht lange, da klingelte das Handy. Konrad hatte seinen Deutz in Ulmen zwischen der Arztpraxis Dr. Leonard und der Apotheke abstellen müssen. Der Motor verweigerte seinen sonst gewohnten guten Dienst. Das Risiko weiter zu fahren war ihm zu gross. Wie sich Tage später herausstellte, zu recht begründet - Schaden an der Kurbelwelle.

Aus vier mach drei... Enttäuscht und verärgert, dass die Fahrt so früh beendet wurde, hätte jeder dafür Verständnis gehabt, dass Konrad das Wochenende streichen würde. Er ließ jedoch per Telefon seinen Sohn Kevin mit dem „kleinen Kramer“ KB12 und Abschleppausrüstung anrücken. Seine Frau Sabine musste den Wohnwagen per Pkw nach Körperich fahren. Der Deutz wurde im Schlepptau zurück in den „Stall“ nach Laubach gezogen.

Marco und ich fuhren schon mal vor, da Jörg noch „kurz“ in die Metzgerei wollte. Er verabschiedete mich mit den Worten: „Wenn et Fix´jen warm iss, Pedal durchtreten.“ Der Weg sollte uns über Daun – Oberstadtfeld – Bitburg in Richtung Vianden führen. Da Marco und ich recht gut voran kamen, konnte Jörg uns auf der Reisestrecke erst im Anstieg nach Oberstadtfeld einholen. Ziel der Fahrt sollte der Campingplatz „Relesmühle“ im Gaybachtal sein. Nur zur Erläuterung: Es spricht sich Gaibachtal.

Unterwegs immer wieder bestaunt und „Daumen-hoch-Gesten“ ließen uns den Mut nicht verlieren und den Schmerz im Steiß vergessen, kleiner Scherz am Rande. Die Fahrt verlief ohne Probleme und wir konnten nach gefühlten 600km und 5½ Stunden Fahrt, inkl. Pause, in Körperich auf dem Campingplatz ankommen. Schlepper mit Planwagen wurden hier noch nicht gesichtet und eine offizielle Preisliste für diese Gespanne gab es auch nicht. So wurden vor Ort Festpreise für die seltenen Gäste ausgehandelt.

Die angereisten Schlepperfahrer wurden durch weitere 16 Vereinsmitglieder in Körperich auf dem Campingplatz durch Anwesenheit unterstüzt.

 

Nach einem lecker gegrillten Willkommenssteak und den selbstgemachten Putzeimersalaten“ von Steffi konnte der gemütliche Teil des Abends beginnen. Am Lagerfeuer wurden mal wieder „um Himmelswillen“ und „Gott sei Dank“ die alten Geschichten aufgewärmt und neue erfunden. Der Samstag war ein wunderschöner Tag. Tolles Wetter, super Verpflegung, alles top organisiert und die Vereinskollegen, denen es möglich war zu erscheinen, waren angereist.

 

 

 

Die drei lassen´s sich

schmecken und sind

nicht aus der Ruhe

zu bringen...

Der ohne Schlepper angereiste Grillmeister Konrad im Einsatz.

Von Samstag auf Sonntag fing es nachts an zu regen.

 

 

 

                    vorher...

 

 

 

nachher...

 

 

 

 

 

Ben hatte Glück, dass sein Porsche vor

dem einsetzenden Regen als

„Amphiebentraktor“ unterwegs war...

einen Tag später und sein Papa hätte ihn

so schnell nicht aus dem Bach fischen

können...

Die „Drei von der Tankstelle“ ein Gespann wie man es sich „wünscht“.

Die nächtlichen Halluzinationen von einem „Roten Halsband“ stellten sich „Gott sei Dank“ als Musikbattel zweier anwesenden Jugendgruppen, die die Lautstärke ihrer Musikanlage testen wollten, heraus.

Der Sonntag, das war allen klar, sollte im Dauerregen unter dem mitgenommenen Zelt verbracht werden. Nach einem Frühstück mit frischen Brötchen wurde trotz des schlechten Wetters die Stimmung nie schlecht. Im Zelt, sicher geschützt vor dem Regen, konnte Konrad, zwar ohne Musik, die Reise nach Jerusalem gegen Chiwa nicht für sich entscheiden. Die zu diesem Zeitpunkt Anwesenden wissen was gemeint ist, Situationskomik vom Feinsten.

Nach dem wir Montags die Zelte abgeschlagen hatten, sollte es Richtung Heimat gehen. Da das Wetter immer noch sehr unbeständig war, wurde die Regenkleidung angezogen. Gegen zehn Uhr fuhren Marco und ich schon mal vor, da Jörg uns, wie er sagte, mal wieder sowieso einholen würde, vor. Nach ca. 5 km Fahrt verpasste ich eine Abzweigung und merkte das erst nach einem Hupkonzert von dem mir hinterherfahrenden D217. Kurzer Hand wurde mit Anhänger an Ort und Stelle gedreht und die richtige Route wieder aufgenommen. Wir hatten jedoch nicht bemerkt, dass Jörg auf der richtigen Route an uns vorbeigezogen war. Nach weiteren 15 km Fahrt wunderten Marco und ich uns, dass Jörg uns immer noch nicht eingeholt hatte und Jörg wunderte sich, wie es möglich war, in so kurzer Zeit, einen so großen Vorsprung heraus zu fahren. Dies bestärkte uns in der Erkenntnis, dass wir in Zukunft immer zusammen losfahren werden und wie sich herausstellen

würde, ein zusammen Ankommen noch viel schöner wäre. Jörg war schon kurz vor Bitburg und auf uns zu warten, war nicht wirklich sinnvoll, also nachdem jetzt die Katze aus dem Sack und klar ist, dass Jörg mit seinem Kramer Allrad sicher wieder im Schieferland angekommen ist, ist genau so klar, das die beiden anderen unter „dramatischen Umständen“ ihr Ziel nichterreichen sollten.

Aus drei mach zwei... In Bitburg an einer Ampel sollte sich plötzlich der Abstand zwischen dem Lüfterrad und dem Kühler, auf Grund eines Lagerschadens der Wasserpumpe, dramatisch verkürzen. Dies hatte zur Folge... Zisch, Dampf, Sch.....

Der Kühler des D217 hatte ein „wunderschönes kreisrundes Muster“ durch das sich in Freiheit befindlichen Lüfterrades erhalten - eine Weiterfahrt unmöglich. Ich stellte meinen Anhänger auf dem Busbahnhof in Bitburg ab und fuhr mit eingeschalteter Warnblinkanlage meinem „Fernfahrerkollegen“ zur Hilfe. Wir konnten den D217 mit einem Abschleppseil aus dem fließenden Straßenverkehr ziehen und ebenfalls auf dem Busbahnhof abstellen. Das es nicht einfach ist, einen ADAC Abschleppwagen für einen Traktor zu besorgen und einem weiblichen Telefonkontakt die Sinnhaftigkeit einer Pfingsttour mit einem Schlepper Bj. 1956 über fast 200km zu erklären, wissen wir jetzt...ohne Worte.

Aus zwei mach eins.... Nun zog der Fendt Fix 1 mit seinem Fahrer alleine in Richtung Heimat. Trotz ruhiger und schöner Fahrt ohne Probleme sollte ich kurz vor Wallenborn durch Polizei in schußsicheren Westen (!?) angehalten werden. Diese wollten einen Dieselverlust an meinem Dieselross festgestellt haben, da ich wohl kontinuierlich in Tropfenform, auf der nassen Straße dramatisch aussehend, Betriebsstoffe verloren hatte. Der Dieselverlust stellte sich als Ölverlust heraus. So wollte man mich nicht weiterfahren lassen, da ich für den nachfolgenden Verkehr eine Gefahr darstellen würde. Nach dem die Personalien aufgenommen wurden, durfte ich bis zum Feuerwehrhaus Wallenborn weiterfahren. Nach dem die Straßenmeisterei die vermeindlich gefährdete Straße abgefahren hatte, wurden die letzten 50 m abgestreut; von der Stelle, an der ich durch den Streifenwagen angehalten wurde bis zum Feuerwehrhaus. Weitere gefährliche Stellen wurden von der Straßenmeisterei nicht lokalisiert.

Die Heimfahrt musste der Fendt getrennt von seinem Anhänger auf dem Autotransporter verbringen; an der Stelle nochmals dank an Markus der seinen Anhänger zur Verfügung stellte und an das Abschleppteam Jörg – der nach seiner Aussage schon einen Kaffee daheim getrunken hatte, bevor ich anrief (hohoho, Anmerkung der Redaktion) und Marco der durch die zügige Heimfahrt, Huckepack mittels ADAC, auf derMotorhaube und den Scheinwerfern nun zahlreiche Mückeneinschläge verzeichnet, die er auf keinen Fall entfernen möchte; Wahrscheinlich um den Anschein zu erwecken, er habe wirklich einen Ferrari. Trotz der Ausfälle und den entstandenen Schäden an unseren Schleppern – jajaja außer am Kramer – sind sich die „Fernfahrer“ einig...

Man(n) und Schlepper wachsen mit ihren Aufgaben!

 

Wir werden wieder angreifen, auf den eigenen Rädern diese Tour zu wiederholen.